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Robitronic

LiPo-Akkus richtig laden, lagern und entsorgen

24.10.2026

Richtig geladen und auf Lagerspannung gelagert, halten LiPo-Akkus viele Ladezyklen und bleiben sicher. Hier finden Sie alle wichtigen Werte, mit Tabelle für 1S bis 6S.

Lithium-Polymer-Akkus, kurz LiPo, sind leicht, liefern hohe Ströme und speichern viel Energie auf wenig Raum. Genau deshalb verlangen sie einen sorgfältigen Umgang: Wer beim Laden, Fahren und Lagern ein paar Regeln beachtet, nutzt seine Akkus lange und sicher.

Die wichtigsten Spannungswerte

Ein LiPo-Akku besteht aus einer oder mehreren Zellen in Reihe. Die Zahl vor dem „S“ gibt an, wie viele es sind: Ein 2S-Akku hat zwei Zellen und 7,4 V Nennspannung, ein 3S-Akku drei Zellen und 11,1 V. Alle Grenzwerte gelten pro Zelle:

Zustand

Spannung pro Zelle

Voll geladen

4,20 V

Nennspannung

3,70 V

Lagerspannung

3,80–3,85 V

Schonendes Fahrtende (Ruhespannung)

etwa 3,75 V

Tiefentladen, nicht mehr laden

unter etwa 3,0 V

Während der Fahrt sinkt die Spannung unter Last kurzzeitig deutlich tiefer. Davor schützt die Unterspannungsabschaltung des Reglers. Stellen Sie dort unbedingt den Akkutyp LiPo ein (mehr dazu im Ratgeber Brushless-Motor und Regler). Noch schonender ist es, die Fahrt schon zu beenden, wenn das Modell spürbar an Leistung verliert: Liegt die Ruhespannung danach bei etwa 3,75 V pro Zelle, haben Sie rund 80 % der Kapazität genutzt.

LiHV-, Li-Ion- und LiFePO4-Akkus haben andere Grenzwerte: LiHV-Akkus werden zum Beispiel bis 4,35 V pro Zelle geladen, LiFePO4-Akkus nur bis 3,60 V. Stellen Sie am Ladegerät immer genau den Akkutyp ein, der auf dem Akku steht.

LiPo-Akku laden: Balancer, 1C und Ladedauer

  • Nur mit LiPo-Ladegerät und Balancer. Laden Sie LiPos ausschließlich mit einem Ladegerät, das den Akkutyp LiPo unterstützt, und stecken Sie neben dem Hauptstecker immer auch den Balancerstecker an. Der Balancer überwacht jede Zelle einzeln und gleicht sie an. Ohne ihn kann eine Zelle überladen werden, obwohl die Gesamtspannung stimmt.

  • Zellenzahl kontrollieren. Prüfen Sie vor dem Start, ob das Ladegerät die richtige Zellenzahl anzeigt.

  • Ladestrom: 1C ist der Standard. 1C bedeutet: Ladestrom in Ampere = Kapazität in Amperestunden. Ein Akku mit 5000 mAh wird also mit 5,0 A geladen, einer mit 2200 mAh mit 2,2 A. Höhere Laderaten nur, wenn der Hersteller sie ausdrücklich auf dem Akku angibt.

  • Ladedauer. Bei 1C ist ein leerer Akku nach gut einer Stunde voll. Sobald die Zellen 4,20 V erreichen, hält das Ladegerät diese Spannung, und der Ladestrom sinkt langsam. Unterschreitet er einen Grenzwert, meldet das Ladegerät „voll“.

  • Bei Zimmertemperatur laden. Ein Akku, der direkt von der Fahrt kommt, muss erst abkühlen. Einer aus dem kalten Auto muss sich erst auf Zimmertemperatur erwärmen.

  • Sicherer Ort, nie unbeaufsichtigt. Laden Sie auf einer nicht brennbaren Unterlage, mit Abstand zu brennbaren Gegenständen, nie unbeaufsichtigt und nie im Modell.

Welche Ladeleistung brauche ich? Leistung = Ladeschlussspannung × Ladestrom. Ein 3S-Akku mit 5000 mAh braucht bei 1C 12,6 V × 5 A = 63 W, ein 4S-Akku mit 5000 mAh schon 84 W und ein 6S-Akku 126 W. Ein Ladegerät mit 80 W reicht also für einen 3S-Akku mit 5000 mAh bei 1C, einen 6S-Akku lädt es mit entsprechend weniger Strom. Wer zwei Akkus gleichzeitig laden will, braucht mehr Leistung. Reine DC-Ladegeräte benötigen zusätzlich ein Netzteil, Geräte mit AC-Eingang kommen direkt an die Steckdose.

Die einfachen USB-Ladekabel, die vielen fahrfertigen Modellen beiliegen, laden langsam und haben keine Lagerfunktion. Ein Ladegerät mit Balancer, einstellbarem Ladestrom und Lagerfunktion lohnt sich spätestens mit dem zweiten Akku.

LiPo-Akku lagern: die richtige Lagerspannung

Wenn Sie einen Akku länger als ein paar Tage nicht benutzen, bringen Sie ihn auf Lagerspannung: 3,80 bis 3,85 V pro Zelle, das entspricht ungefähr halber Ladung. Voll geladen gelagert altert ein LiPo deutlich schneller und kann sich aufblähen, leer gelagert droht die Tiefentladung. Praktisch jedes moderne LiPo-Ladegerät hat dafür eine Lagerfunktion (Storage), die den Akku je nach Ausgangslage lädt oder entlädt.

Akku

Lagerspannung gesamt

1S

3,80–3,85 V

2S

7,60–7,70 V

3S

11,40–11,55 V

4S

15,20–15,40 V

5S

19,00–19,25 V

6S

22,80–23,10 V

So lagern Sie richtig:

  • kühl und trocken, ideal bei etwa 10 bis 20 °C und ohne direkte Sonne, also nicht im Auto und nicht neben der Heizung;

  • in einer LiPo-Sicherheitstasche oder einem Metallbehälter auf nicht brennbarem Untergrund;

  • abgesteckt, nie im Modell und nie am Ladegerät;

  • alle ein bis zwei Monate die Spannung prüfen, etwa mit einem Akku-Checker, und bei Bedarf wieder auf Lagerspannung bringen.

LiPo-Akkus überwintern

Für die Winterpause gelten dieselben Regeln. Bringen Sie alle Akkus vorher auf Lagerspannung und lagern Sie sie frostfrei und trocken. Eine unbeheizte Garage mit Minusgraden und Kondenswasser ist kein guter Ort. Vor der ersten Ausfahrt im Frühjahr lassen Sie die Akkus auf Zimmertemperatur kommen und laden sie dann ganz normal voll.

Warnsignale: Wann ein Akku ausgemustert wird

Nach einer Vollgasfahrt darf ein Akku warm sein. Wird er so heiß, dass man ihn kaum anfassen kann, ist er überfordert: Seine Belastbarkeit passt dann nicht zum Antrieb, oder die Übersetzung ist zu lang (siehe Ratgeber RC-Übersetzung berechnen). Nehmen Sie einen Akku sofort außer Betrieb, wenn er

  • aufgebläht ist,

  • eine beschädigte Hülle, Dellen oder angescheuerte Kabel hat,

  • nach einem Unfall verformt ist,

  • ungewöhnlich heiß wird oder seltsam riecht,

  • im Ruhezustand eine Zelle unter etwa 3,0 V hat.

Laden Sie einen solchen Akku nicht mehr. Legen Sie ihn in eine LiPo-Sicherheitstasche, fern von brennbarem Material, und geben Sie ihn zeitnah bei einer Sammelstelle ab.

LiPo-Akku entsorgen: nicht in den Hausmüll

Ausgediente LiPos gehören zur Sammelstelle: in Österreich ins Altstoffsammelzentrum (in Wien: Mistplatz), in Deutschland zum Wertstoffhof. Größere Akkus über etwa 500 g nimmt nicht jeder Wertstoffhof an; fragen Sie vorher nach oder geben Sie sie bei einem Händler ab, der solche Akkus verkauft. In der Schweiz nimmt jede Verkaufsstelle für Batterien Altakkus zurück. Kleine Akkus können auch in die Batterie-Sammelboxen im Handel. Kleben Sie vorher die Kontakte von Haupt- und Balancerstecker mit Isolierband ab, damit kein Kurzschluss entstehen kann. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus gehören nicht in die Sammelbox im Geschäft: Bringen Sie sie direkt zur Sammelstelle und weisen Sie dort auf den Schaden hin.

Den passenden Akku auswählen

  • Zellenzahl (S): muss zu Regler und Modell passen. Sie steht in der Anleitung, etwa „2S–3S“.

  • Kapazität (mAh): bestimmt die Fahrzeit. Mehr Kapazität bedeutet meist auch mehr Gewicht und größere Abmessungen.

  • Abmessungen: Messen Sie das Akkufach aus, also Länge, Breite und Höhe. In RC-Autos sind Hardcase-Akkus üblich, deren Gehäuse die Zellen schützt.

  • Stecker: XT60, T-Stecker, XT90 oder EC5, passend zum Regler. Den Stecker einmal sauber umzulöten ist besser, als dauerhaft mit Adaptern zu fahren.

  • Belastbarkeit (C-Rate): Ein 5000-mAh-Akku mit 50C darf rechnerisch mit bis zu 250 A belastet werden. Je stärker der Antrieb, desto mehr Reserve sollte der Akku haben.

Eine große Auswahl finden Sie bei unseren LiPo-Akkus.

Kurz zusammengefasst

  • Nur mit LiPo-Ladegerät und angestecktem Balancer laden, Standard ist 1C.

  • Nie unbeaufsichtigt und nie im Modell laden, immer auf nicht brennbarem Untergrund.

  • Voll: 4,20 V pro Zelle. Lagern: 3,80–3,85 V. Nie unter etwa 3,0 V.

  • Nach der Fahrt abkühlen lassen, vor dem Laden auf Zimmertemperatur bringen.

  • Ungenutzte Akkus gleich auf Lagerspannung bringen und kühl, trocken und frostfrei lagern.

  • Aufgeblähte oder beschädigte Akkus nicht mehr laden, sondern entsorgen.

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